Newsletter August 2016

Sommerschnitt


Starker Rückschnitt, starkes Wachstum – mit dieser Grundformel lässt sich das Verhalten geschnittener Pflanzen beschreiben. Bei Ihren etablierten Obstbäumen bedeutet das: Ein starker Rückschnitt im Winter führt zur Bildung vieler starker Jungtriebe, aber es wird gleichzeitig nur wenig Fruchtholz gebildet. Ein zurückhaltenderer Schnitt im Sommer dagegen hemmt das Triebwachstum des Folgejahres und fördert Fruchtbarkeit und Blütenansatz – und für diesen Sommerschnitt ist jetzt im August die beste Zeit, manchmal auch ein  bisschen früher oder später, aber auf jeden Fall sobald die Endknospen der neuen Triebe voll ausgebildet und deutlich erkennbar sind.
Vor allem bei Sauerkirschen und stark wachsenden Bäumen wie Süßkirschen oder sehr wüchsigen Apfelbäumen (mehr als 30-50 cm Triebzuwachs pro Jahr) möchten wir Ihnen den Sommerschnitt ans Herz legen. Er beruhigt und mindert das Wachstum, führt zur Bildung neuer Fruchttriebe und sorgt für ein besseres Ausreifen bereits vorhandener Früchte, vor allem bei Äpfeln. Der Winterschnitt kann dann ganz oder teilweise entfallen.

Wählen Sie für den Sommerschnitt einen bedeckten Tag, und achten Sie auf sauberes und scharfes Werkzeug. 
Schneeball
Starke, senkrecht nach oben stehende Triebe (Wasserschosser) werden direkt an der Basis entfernt, wenn Sie das nicht bereits erledigt haben, da diese Triebe nicht tragen und nur unnötige Energie verbrauchen. Nur für den Fall, dass ein Baum ganz wenige Triebe hat, können schwache Wasserschosser stehen bleiben. Anschließend sollten Sie noch Zweige entfernen, die nach innen wachsen.

Insgesamt sollten Sie aber eher verhalten schneiden, damit der Baum nicht zu viel Blattmasse verliert – er muss ja schließlich noch Photosynthese betreiben, um genug Energie gerade auch für die angesetzten Früchte zu bilden. Einzelne alte Äste, die nicht mehr fruchten und auch keine richtigen Blätter mehr ausbilden, können auch ganz entfernt werden.
Rosen düngen Auch Ihre etablierten Johannis- und Stachelbeeren können Sie schon jetzt mit der Ernte oder kurz danach auslichten. Streben Sie immer einen lockeren Aufbau an, ähnlich wie bei Rosen, da Sie so für gute Belichtung und damit Reife der Beeren sorgen. Entfernen Sie daher jedes Jahr nach der Ernte die zwei bis drei ältesten Haupttriebe (das sind die, die schon am stärksten verholzt sind) bodentief und vollständig. Zwei bis drei kräftige, junge und gut platzierte Triebe, die in Bodennähe nachwachsen, ersetzen die alten. Die übrigen Bodentriebe bitte ganz entfernen – am Ende sollten acht bis zwölf kräftige Triebe bleiben, die sich gegenseitig nicht im Wuchs behindern.
Auch Ihre Sommerhimbeeren schneiden Sie während oder nach der Ernte. Ruten, die Früchte getragen haben, werden an der Basis entfernt. Neue Bodentriebe sollten nicht zu dicht stehen. Suchen Sie daher auch hier die kräftigsten Triebe für das nächste Jahr heraus und lassen Sie diese im Abstand von etwa 10 cm heranwachsen – zehn Ruten pro laufendem Meter sind also ideal. Herbsthimbeeren dagegen werden im Frühjahr komplett bodentief abgeschnitten. Diese tragen dann ja auch erst im August/September Früchte.

Bei Ihren Brombeeren werden die Seitentriebe der diesjährigen Ranken ab Ende Juli auf zwei bis drei Augen (ein Auge befindet sich jeweils in einer Blattachsel) eingekürzt. Dadurch wird die Entwicklung der verbleibenden Ranken gefördert. Überzählige Ranken sollten ganz entfernt werden, da sie sich sonst im Wachstum gegenseitig behindern.

Viel Erfolg beim Schneiden und weiterhin einen schönen Sommer wünscht Ihnen
das Team der Baumschule Popp!

 



Baumschule Michael Popp
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