Boten der Sonne

Die Zaubernuss fasziniert...
Die Zaubernuss fasziniert mit ihren ungewöhnlichen, leuchtend goldgelben Blüten, die mitten in der unwirtlichsten Jahreszeit erscheinen. Am besten kommt dieser schöne Winterblüher in Einzelstellung zur Geltung.

 

Zaubernuss und Glockenhasel

 

Farben statt winterlicher Tristesse
Auch wenn die Tage wieder länger werden - noch lässt der Frühling auf sich warten. Ein wunderbares Rezept gegen die winterliche Tristesse im Garten sind Pflanzen, die schon im Februar blühen und mit ihren leuchtend gelben Blüten die Vorfreude auf sonnige Frühlingstage wecken. Zu ihnen zählen die Zaubernuss und die Niedrige Glockenhasel, die mit ihren Blüten der Kälte trotzen und andeuten, dass der Winter jetzt wieder seine Macht verliert.

Lichtblicke mitten im Winter
Mitten in der kältesten Jahreszeit erscheinen die ungewöhnlichen Blüten der Zaubernuss (Hamamelis). Je nach Witterung und Sorte blühen diese eigenwilligen Ziersträucher bereits ab Dezember. Die bandförmigen, 1 bis 2 cm langen Blütenblättchen sind zumeist leuchtend gelb gefärbt, es gibt aber auch Sorten mit orangefarbenen oder intensiv roten Blüten. Die gelben, zart gekräuselten Blütenbänder bilden einen reizvollen Kontrast zu den dunklen, oft rötlichen Kelchblättern an der Blütenbasis. Man pflanzt die Zaubernuss am besten in Einzelstellung, damit auch ihr malerischer, eleganter Wuchs und ihre prachtvolle Färbung im Herbst zur Geltung kommen. Diese außergewöhnliche Pflanze hat einen besonderen Platz im Garten verdient, an dem man sich auch im Winter, wenn man sich kaum draußen aufhält, besonders gut und häufig an ihren schönen Blüten erfreuen kann. Ideal ist ein geschützter Standort in der Nähe von Wegen, im Vorgarten, an der Terrasse, am Hauseingang oder so, dass man sie auch von drinnen gut sehen kann.

Hamamelis hilft der Haut
Eine Verwandte der im Winter blühenden Zaubernuss ist die in Nordamerika heimische Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana). Diese bereits im Herbst blühende Art besitzt heilkräftige Eigenschaften und wurde zuerst von den nordamerikanischen Indianern als Heilpflanze verwendet. Auch heute noch werden Extrakte aus der Rinde in der Pharmazie und für kosmetische Zwecke genutzt. Als Heilmittel werden sie insbesondere bei leichten Hautverletzungen eingesetzt.

Graziler Frühlingsbote
Eine weitere Kostbarkeit für den winterlichen Garten ist die ab Ende Februar blühende Niedrige Glockenhasel (Corylopsis pauciflora). Dann schmücken sich ihre feinen Triebe mit zart duftenden, hellgelben Blütenglöckchen. Die Hohe Glockenhasel (Corylopsis spicata) wird etwas größer und blüht erst im April. Die feintriebige Niedrige Glockenhasel eignet sich ausgezeichnet für kleine Gärten und Innenhöfe, denn sie wächst langsam und wird nur 1 bis 1,5 m hoch. Wie die Zaubernuss sollte sie dort gepflanzt werden, wo sie besonders gut zur Geltung kommt, zum Beispiel auf Rabatten oder in einem Frühlingsgarten, umgeben von einem Meer aus blau blühenden Zwiebelblumen wie Blausternchen oder Vorfrühlingsanemonen. Wichtig für die aus Ostasien stammende Glockenhasel ist ein vor kalten Nord- und Ostwinden geschützter Standort in sonniger bis halbschattiger Lage. Wenn sie auf trockenerem Boden oder in Pflanzgefäßen wächst, sollte sie nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein. Auch nach der Blüte ist dieser zierliche Frühlingsbote reizvoll - die im Austrieb rötlichen Blätter sind später frischgrün und haben eine aparte längliche Herzform. Zum herbstlichen Finale färben sich die Blätter leuchtend goldgelb. Ihre kräftigen Blütenfarben...

 

Astern - überraschende Vielfalt
Astern beeindrucken mit ihrem Reichtum an Farben und Formen. Die Bandbreite reicht vom kompakt wachsenden Staudenzwerg für den Steingarten bis hin zu 1,5 m hohen Prachtstauden. Auch die Blütezeit variiert beträchtlich, die ersten Astern-Arten blühen bereits im Mai, während sich andere sogar im September und Oktober noch mit Blüten schmücken. Wegen ihrer ungewöhnlich späten Blütezeit sind die Herbstastern am bekanntesten. Sie bringen immer noch Farbe in den Garten, wenn die meisten anderen Pflanzen längst verblüht sind. Die Vielfalt dieser Stauden bietet eine Fülle an Verwendungsmöglichkeiten und hat dazu beigetragen, dass die Aster von den Mitgliedern des Bundes deutscher Staudengärtner zur "Staude des Jahres 2002" gewählt wurde.

 

Margeritenähnliche Blüten
Astern erinnern mit ihren hübschen Blütenköpfchen an Margeriten in herrlichen Farben. Was auf den ersten Blick wie eine einzelne große Blüte wirkt, ist jedoch ein aus vielen kleinen Einzelblüten zusammengesetzter Blütenstand: Ein Kranz farbenfroher, waagerecht abstehender Strahlen- oder Zungenblüten umgibt ein Zentrum aus kleinen, zumeist gelben Röhrenblüten. Das große Farbenspektrum der Astern umfasst neben Weiß die unterschiedlichsten Rosa-, Rot-, Blau- und Lilatöne. Intensive leuchtende Nuancen finden sich bei den Astern genauso wie zarte Pastelltöne.

Vielseitige Astern
Die so genannten Sommerastern gehören zu der Gattung Callistephus und sind einjährig. Die Staudenastern dahingegen werden auch botanisch als Aster bezeichnet. Sie sind mehrjährig und treiben nach dem Winter wieder kräftig aus. Dank ihrer unterschiedlichen Wuchsformen gibt es Astern für die verschiedensten Gartensituationen, beispielsweise für Rabatten, Stein- oder Schnittblumengärten. Niedrige Sorten eignen sich gut als Flächendecker, zur Bepflanzung von Gräbern, als blütenreiche Beeteinfassung und für Tröge oder andere Pflanzgefäße. Die im Herbst blühenden Astern sind wegen ihrer späten Blütezeit eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten. Sie passen hervorragend in naturnahe Gärten und auch auf Prachtstaudenbeete. Einige dieser schönen Herbstblüher wie die Glattblatt- und die Myrten-Aster waren früher häufig in Bauern- und Cottage-Gärten zu finden.

Die ersten Astern blühen schon im Mai
Die Alpen-Aster (A. alpinus) und die Frühlings-Aster (A. tongolensis) eröffnen das Astern-Jahr im Mai. Die polsterförmig wachsende, nur etwa 20 cm hohe Alpen-Aster kommt zwischen Platten, Steinen und Mauerfugen wunderbar zur Geltung. Die Frühlings-Aster fällt mit ihren großen Blüten auf den bis zu 40 cm langen Stängeln über niedrigen Blätterkissen aus dem Rahmen. Sie ist ein reizvoller Blickfang in Rabatten, vor Wänden und auch auf Schnittblumenbeeten. Im Sommer folgen die Berg-Aster (A. amellus), deren Blüten sich ab Juli öffnen, sowie die Goldhaar-Aster (A. linosyris), die mit ihrer für Astern untypischen Erscheinung überrascht: Sie hat keine Strahlenblüten, sondern nur kleine goldgelbe Blütenköpfchen. Diese etwa 50 cm hohe Wildstaude blüht sehr lange. Sie eignet sich gut als Schnittblume und passt sehr schön in den Heidegarten.

Farbenfrohe Blütenkissen
Den Höhepunkt im Astern-Jahr bilden die im Herbst blühenden Arten wie die kompakt wachsende Kissen-Aster, die filigrane Myrten-Aster sowie die Raublatt- und die Glattblatt-Aster. Die je nach Sorte 30 bis 40 cm hohen Kissen-Astern (A.-Dumosus-Hybriden) sind im September und Oktober dicht an dicht mit unzähligen Strahlenblüten in kräftigen, leuchtenden Farbtönen bedeckt. Viel dezenter tritt dagegen die etwa 1 m hohe Myrten-Aster (A. ericoides) auf. Sie besitzt schmale, fast nadelähnliche Blätter, während die meisten anderen Astern-Arten breitere, lanzettliche Blätter haben. Die Myrten-Aster bezaubert den Be-trachter mit zahllosen, relativ kleinen Blüten, die sich wie ein feiner Schleier über die Pflanze zu legen scheinen. Diese kleinblumige, mit ihrem zierlichen Wuchs sehr natürlich anmutende Aster eignet sich gut für Rabatten und Schnittblumenbeete.

Blühender Gruß am Gartenzaun
Zwei weitere schöne, mit ihrem hohen Wuchs und den farbenfrohen Strahlenblüten besonders auffällige Herbstastern sind die Raublatt- (A. novae-angliae) sowie die Glattblatt-Aster (A. novi-belgii). Von diesen prachtvollen Rabattenstauden gibt es zahlreiche Sorten, die das gesamte Farbenspektrum der Astern abdecken - ideale Voraussetzungen für die Gestaltung eines Staudenbeetes, das erst im September und Oktober seine volle Schönheit entfaltet. Diese Astern können je nach Sorte 1 bis 1,5 m hoch werden und lassen sich gut mit kleineren Stauden kombinieren. Reizvolle Gartenbilder entstehen auch, wenn die hochwachsenden Herbstastern, wie früher in den Bauerngärten weit verbreitet, als blütenreicher Blickfang neben den Gartenzaun gepflanzt werden.

 

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