Eleganz und Leuchtkraft

Magnolien sind mit ihren großen...
Magnolien sind mit ihren großen, elegant geformten Blüten ein weithin sichtbarer Blickfang im Frühjahrsgarten. In China waren diese edlen Pflanzen bereits vor über 1000 Jahren bekannt und wurden dort in den Tempelanlagen gepflanzt.

Pflanzen voller Eleganz und Leuchtkraft

Edel im Weiß
Weiß strahlt Ruhe aus und wirkt in Kombination mit Grün elegant und stilvoll. Pflanzen mit weißen oder hellen Blüten bringen außerdem Licht und Frische in den Garten: Weiß und leuchtende Pastelltöne reflektieren das Licht besser als dunklere Farben und sind dadurch auch an trüben Tagen, in der Dämmerung und im Schatten besser zu erkennen.

Tempelbäume in China
Besonders schöne und auffällige Schmuckstücke, die nach den dunklen Wintermonaten auf die Gartensaison einstimmen, sind die Magnolien mit ihren großen, elegant geformten Blüten. Obwohl die Blüten der Magnolien wie ein Meisterstück der Natur wirken, gehören diese Pflanzen stammesgeschichtlich gesehen zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde - ihre Entstehung reicht mehr als 100 Millionen Jahre zurück. Magnolien stammen aus zwei weit voneinander getrennt liegenden Gebieten: Ostasien sowie dem amerikanischen Kontinent. Vor den Eiszeiten waren Magnolien auch in Europa heimisch. Erst im 17. Jahrhundert gelangten wieder Magnolien nach Europa. Während sie hier erst spät als Gartenpflanzen zu Ehren kamen, wurden sie in China schon vor über 1000 Jahren geschätzt. Sie wuchsen dort in Tempelanlagen und waren anfangs dem Kaiser vorbehalten, der sie als besondere Auszeichnung verschenkte.

Weiße Blütensterne
Die ersten Magnolien blühen bereits im März und April vor dem Laubaustrieb, wodurch ihre prachtvollen Blüten besonders gut zur Geltung kommen. Das Magnolien-Sortiment ist sehr umfangreich: Das Farbenspektrum reicht von reinem Weiß über die verschiedensten Rosatöne bis hin zu Purpurrot und mittlerweile gibt es sogar gelb blühende Züchtungen. Zu dieser Pflanzengattung gehören sowohl kleine Bäume wie die etwa 5 - 7 m hohe Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangiana) mit großen, weithin sichtbaren tulpenförmigen Blüten als auch strauchartig wachsende Arten. Ein Blickfang in kleinen Gärten sind z.B. die nur 2 - 3 m hohen Stern-Magnolien (Magnolia stellata), die sich je nach Sorte schon ab März mit weißen oder rosafarbenen Blütensternen schmücken.

Farbenvielfalt für den Schatten
Ein leuchtender Blickfang im Frühjahrsgarten: Rhododen-dron. Im Frühjahr entfachen die großblumigen Sorten ein Feuerwerk der Farben. Die Palette reicht von Schneeweiß über Gelb- und Rosatöne bis hin zu dunklem Rot und Violett. Rhododendron gedeihen gut im lichten Schatten, und insbesondere weiß oder rosa blühende Sorten sind ein reizvoller Lichtblick an diesen Standorten. Rhododendren benötigen einen lockeren, humosen, sauren und ausreichend feuchten Boden ohne Staunässe. Dies entspricht am ehesten den natürlichen Standortbedingungen in den Wäldern Nordamerikas und Asiens, wo sie zum Unterwuchs gehören. Wer diesen eleganten, immergrünen Pflanzen solche Standortbedingungen nicht bieten kann, muss nicht auf ihre Blütenpracht verzichten: Mittlerweile sind Rhododendron-Sorten erhältlich, die auf kalkverträgliche Unterlagen veredelt wurden und dadurch eine größere Standorttoleranz aufweisen.

Waldblume mit besonderem Charm
Das Tränende Herz (Dicentra spectabilis) ist eine anmutige, bis 70 cm hohe Staude, die sich ebenfalls auf humusreichen Böden im Halbschatten wohl fühlt. Sie schmückt sich von April bis Juni mit zierlichen rosafarbenen, herzförmigen Blüten, aus denen, so scheint es, eine weiße Träne tropft. Neben der rosa blühenden Art gibt es auch eine Sorte mit schneeweißen Blüten. Nach der Blüte zieht das Tränende Herz ein und überlässt anderen Schatten liebenden Pflanzen wie z.B. Farnen das Feld, bis es nach dem nächsten Winter wieder austreibt. Diese mit ihren elegant überhängenden Blütentrieben und dem zarten, gefiederten Blattwerk sehr filigran wirkende Staude gehört zu den traditionellen Bauerngartenpflanzen, obwohl sie noch gar nicht lange in Europa bekannt ist. Sie ist ursprünglich in den Wäldern Chinas und Koreas zu Hause und fand erst Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Weg in europäische Gärten.

Farbenfrohe Sonnenanbeter
Während das Tränende Herz Abwechslung in schattige Gartenecken bringt, gehören die farbenfrohen Bart-Iris zu jenen Stauden, die die Sonne lieben. Die ersten Sorten blühen bereits ab April, die Hauptblütezeit dieser Irisgruppe fällt in den Mai. Ihr Name geht zurück auf ein Band farbiger Härchen, das wie ein Bart auf einigen Blütenblättern zu sehen ist. Der Reichtum ihrer Blütenfarben und Farbkombinationen ist unerschöpflich und umfasst intensive, kräftige Nuancen genauso wie klares Weiß und zarte Pastelltöne. Die große Gruppe der Bart-Iris ist vielgestaltig, und reicht von 1 m hohen Sorten bis hin zu Iris, die nur 15 cm hoch werden. So können sich sogar die Besitzer kleiner Gärten an den faszinierenden Irisblüten erfreuen.

Aus der Kulturgeschichte der Iris
Woher hat die Iris ihren Namen?

Ruhmreiche Vergangenheit
Benannt wurde diese Pflanzengattung nach der griechischen Götterbotin Iris, die zwischen den Göttern und den Menschen vermittelte. Ihr Symbol ist der Regenbogen als Brücke zwischen Himmel und Erde. Bunt wie der Regenbogen ist auch das Farbenspektrum der Irisblüten. Diese schönen Pflanzen mit ihrem markanten Erscheinungsbild haben die Menschen zu allen Zeiten und in den unterschiedlichsten Kulturen begeistert. So wurden die Blüten sowohl auf orientalischen Zeichnungen als auch auf impressionistischen Gemälden verewigt. Von orchideengleicher Schönheit inspirierten sie nicht nur Maler wie Monet, sondern waren im Jugendstil eines der bevorzugten Motive in der Innenarchitektur. Neben Lilien und Seerosen schmückten auch stilisierte Irisblüten Glasfenster, Tapeten, Porzellan und kostbare Stoffe.

Türkischer Mohn ist mit seinen leuchtenden Blüten ideal, um weithin sichtbare Farbakzente zu setzen. Diese auffallenden Stauden sind anspruchslos und machen sowohl in einer kleinen Rabatte als auch in einem großen Bauerngarten eine gute Figur.

Blüten wie aus Tausendundeiner Nacht
Seit Menschengedenken ist der Mohn (Papaver) nicht nur als exotische Schönheit bekannt. Um seine Herkunft und berauschende Wirkung ranken sich viele geheimnisvolle Mythen und Sagen. So soll der Gott des Schlafes der Göttin Demeter Samen des Schlafmohns gegen ihren Kummer gegeben haben, den sie dann im tiefen Traum verlor. Dass Mohn als Symbol für rasch vergessenes Leid steht, verdankt er einer griechischen Sage, wonach die Mohnpflanze aus den Tränen der Aphrodite wuchs, die sie über den Tod ihres geliebten Adonis weinte. Ihre Liebe zu dieser Pflanze ließ sie ihren Schmerz vergessen. Die vielen Samenkörner - bis zu 30.000 in einer Kapsel - machten ihn zu einem Zeichen der Fruchtbarkeit und des Reichtums. Und seit Urzeiten werden die Alkaloide des Mohns als Betäubungs- und Rauschmittel (Morphium, Opium) auch heute noch in der Medizin eingesetzt. Weniger gefährlich, dafür jedoch umso schmackhafter, ist die Verwendung von Mohnkörnern auf Brötchen oder in Gebäck.

Wunderschöne Pflanze für jeden Garten
In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts war der Mohn eine absolute Trendblume, und heute erlebt er eine wahre Renaissance: Ob in einer kleinen Rabatte oder im großen Bauerngarten, Mohnstauden erfreuen sich allerorts großer Beliebtheit. Insgesamt gibt es über 100 verschiedene Arten, die zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) gehören. Sie sind in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika und selbst in der Arktis beheimatet und stellen an ihren Standort im heimischen Garten keine großen Ansprüche. Im Allgemeinen bevorzugt der Mohn einen hellen vollsonnigen Standort mit tiefgründigem und nährstoffreichem Boden. Und von Mai bis September können Sie sich dann an den leuchtenden Blüten erfreuen.

Seidige Schönheit
Einen duftigen Gruß aus dem hohen Norden sendet der Islandmohn (P. nudicaule) mit seinen Blütenkelchen, die wie gerüschte Seide wirken. Die Palette der Blütenfarben umfasst außergewöhnlich viele Farbnuancen von leuchtend Scharlachrot über Orange und Rosa bis hin zu Purpur und Vanille. Diese anmutige Staude hat eine Wuchshöhe von 20 - 40 cm. Die Vielfalt des Türkischen Mohns (P. orientale) ist kaum zu überbieten. Ob gefüllt, gefranst, gefaltet oder zerknittert, die Blütenblätter erinnern an das fein gesponnene und duftige Gewand einer Haremsdame aus Tausendundeiner Nacht. Die bis zu 100 cm hohen vielfarbigen, feurigroten oder lachsfarbenen Pflanzen sollten unbedingt in Kombination mit einigen Spätsommerblühern wie beispielsweise Herbstastern oder Japan-Anemonen (Anemone japonica) gepflanzt werden, da Papaver orientale nach der Blüte einzieht und vor dem erneuten Austrieb im Herbst unschöne Lücken hinterlässt. Darf es etwas kleiner sein? Dann ist der Alpenmohn (P. alpinum) mit einer Wuchshöhe von 20 - 30 cm genau richtig. Seine gelben, orangefarbenen oder weißen Blüten leuchten von Mai bis Juni. Er macht aus jeden Garten ein farbenfrohes Refugium. Während der wild auf Äckern wachsende Klatschmohn (Papaver rhoeas) einjährig ist, sind diese Mohnarten alle mehrjährig und blühen auch im nächsten Jahr wieder.

Tipp:
Abgeblühtes entfernen, da die Kapselbildung der Pflanze sehr viel Kraft kostet. So wird auch eine ungewollte Verwilderung durch Selbstaussaat vermieden.


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