Kletterkünstler
Ein blütenreich
umrahmter...
Ein blütenreich umrahmter Eingang statt einer kahlen Backsteinmauer
- der Blauregen verleiht diesem Haus ein unverwechselbares Gesicht. Die
langen Blütentrauben erscheinen im Mai und verströmen einen
zarten Duft.
Blütenpracht
statt kahler Wände
Begrünte Hauswände, malerisch umrankte Carports oder blütenreich
umschlungene Torbögen - Kletterpflanzen bieten eine Fülle von
Verwendungsmöglichkeiten und verwandeln nüchterne Zweckbauten
in blühende Oasen. Weil sich diese Pflanzen die dritte Dimension
erobert haben, benötigen sie nur wenig Grundfläche und sind
dennoch sehr effektvoll. So eignen sich Kletterpflanzen auch für
kleinste Stadtgärten und sie finden sogar am Rand eines Weges oder
neben dem Hauseingang Platz, wenn dort nur ein kleiner Bereich von Steinen
oder Gehwegplatten befreit wird.
Duftender
Baldachin
Einer der eindrucksvollsten Kletterkünstler ist der aus Ostasien
stammende Blauregen (Wisteria), der manchmal auch als Glyzine bezeichnet
wird. Im Mai erscheint eine Vielzahl langer, angenehm duftender Blütentrauben.
Sie können je nach Art und Sorte 40 bis 50 cm lang werden. Wer die
Farbe Blau in all ihren Abstufungen liebt, wird bei dieser Kletterpflanze
sicher fündig: Die Farbnuancen der Blüten variieren je nach
Sorte und umfassen die verschiedensten Violett- und Blau-Töne. Es
gibt auch Sorten mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Der Blauregen
gedeiht am besten an einem sonnigen Standort auf nährstoffreichem,
durchlässigem Boden. Er besitzt keine Haftorgane wie zum Beispiel
der Efeu; in der Natur klettert er an anderen Pflanzen in die Höhe,
um ans Licht zu gelangen. Damit er an einer Hauswand emporwachsen kann,
benötigt er ein stabiles Gerüst oder einen starken Draht als
Kletterhilfe. Romantische Gartenbilder entstehen, wenn der Blauregen Pergolen
oder Laubengänge umrankt und auf diese Weise einen blühenden
Baldachin bildet.
Blauregen
aus Japan oder China
Mit seinen großen gefiederten Blättern ist der Blauregen auch
nach der Blüte noch sehr dekorativ. In Baumschulen sind verschiedene
Arten erhältlich. Der Chinesische Blauregen (Wisteria sinensis) blüht
bereits vor dem Blattaustrieb ab April, während die Blüten des
Japanischen Blauregens (Wisteria floribunda) ab Mai gemeinsam mit den
Blättern erscheinen. Doch die Unterschiede beziehen sich nicht nur
auf die Blüte: Der Chinesische Blauregen windet sich links, also
entgegen dem Uhrzeigersinn um eine Kletterhilfe herum, während der
Japanische Blauregen zu den rechtswindenden Pflanzen zählt. Der Blauregen
eignet sich übrigens auch für die Kultur in Gefäßen,
wenn man ihn nach der Blüte im Sommer zurückschneidet, so dass
er nicht zu groß wird.
Romantische
Kletterpflanzen
Andere blühende Kletterpflanzen, mit denen sich auf kleinstem Raum
erstaunliche Effekte erzielen lassen, sind zum Beispiel großblumige
Clematis und Kletterrosen. Während diese im Sommer blühenden
Pflanzen ideal sind, um beispielsweise Lauben oder Torbögen zu umranken,
eignet sich die Kletterhortensie gut dazu, ganze Häuserwände
mit ihrem dichten Blattwerk zu überziehen. Sie wächst selbstständig
mit Hilfe ihrer Haftwurzeln an Bäumen oder Mauern in die Höhe.
Die zart cremeweißen Blüten erscheinen im Juni und Juli. Sie
bilden einen reizvollen Kontrast zu den glänzend dunkelgrünen
Blättern und verleihen dieser außergewöhnlichen Hortensie
nostalgischen Charme.
Tipps
zu Kletterpflanzen
Boden
muss gut durchwurzelbar sein
Damit sich Kletterpflanzen gut entwickeln können, brauchen ihre Wurzeln
ausreichend Platz und der Boden muss gut durchwurzelbar und wasserdurchlässig
sein. Gartenboden ist im Allgemeinen locker, der Boden um Gebäude
herum oder auf Neubaugrundstücken kann jedoch so verdichtet sein,
dass eine tiefgründige Bodenlockerung sinnvoll ist. Eventuell ist
auch eine Verbesserung des Bodens zum Beispiel durch Zugabe von Kompost
oder sogar ein vollständiger Bodenaustausch notwendig.
Regenschatten
vermeiden
Wenn Kletterpflanzen unter einem überstehenden Dach wachsen, kann
es sein, dass sie nicht ausreichend mit Regenwasser versorgt werden. Dann
muss regelmäßig gut gegossen werden. Durch einen größeren
Pflanzabstand zum Haus lässt sich die natürliche Bewässerung
durch Regenwasser besser nutzen.
Stabile
Kletterhilfen verwenden
Der Blauregen entwickelt eine beeindruckende Wuchskraft und kann ein erhebliches
Gewicht erreichen. Regenrohre eignen sich nicht als Kletterhilfe, da sie
von ihm zusammengedrückt werden können. Ideal sind stabile Rankgerüste
und kräftige Drahtseile mit einem Durchmesser von etwa 8 mm.
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