Heidegarten - Ein
Garten für das ganze Jahr
Ein
Heidegarten...
Ein Heidegarten hat eine ganz eigene Ausstrahlung. Farbige Teppiche aus
verschiedenen Heidesorten, unterbrochen von filigranen Gräsern und
säulenförmigen Wacholdern, prägen das Bild und wecken Assoziationen
an die weiten Heideflächen Norddeutschlands.
Zwölf
Monate Blütezeit
Die Heidelandschaften Norddeutschlands haben eine besondere Ausstrahlung,
denn Ruhe und eine ganz eigene, typische Pflanzengemeinschaft bestimmen
das Bild. Diese einzigartige Atmosphäre findet sich auch in einem
Heidegarten wieder. Kaum einer weiß, dass ein solcher Garten das
ganze Jahr über etwas zu bieten hat: Vom Sommer bis zum Herbst blüht
die Sommerheide (Calluna vulgaris) in den unterschiedlichsten Farbtönen
von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Violett. Auch verschiedene
andere Heidearten wie die Grauheide (Erica cinerea) und die Glockenheide
(Erica tetralix) bringen in dieser Jahreszeit Farbe und Abwechslung in
den Garten. Vom Winter bis zum Frühjahr bildet die Winter- oder Schneeheide
(Erica carnea) dichte, weithin sichtbare, bunte Blütenteppiche. Doch
es sind nicht nur die Farben der Blüten, die den Reiz dieser Pflanzen
ausmachen, es gibt sogar Sorten mit gelbem, silberfarbenem oder sich im
Winter bronze verfärbendem Laub.
Charakterpflanze
Wacholder
In einen Heidegarten passen auch Zwergbirken (Betula nana), Ginster oder
immergrüne Gehölze wie Wacholder und Kiefern. Der Gewöhnliche
Wacholder (Juniperus communis) ist mit seinem markanten, säulenförmigen
Wuchs eine typische Pflanze der Heidelandschaft. Immergrün und straff
aufrecht wachsend ist er ein wichtiger Raumbildner, der dem Garten Tiefe
verleiht. Von dieser heimischen Art, übrigens dem Baum des Jahres
2002, sind im Handel verschiedene schöne Sorten wie 'Hibernica' und
'Suecica' erhältlich.
Rückschnitt
ersetzt Heidschnucken
Ein stimmungsvoller Heidegarten benötigt nicht unbedingt viel Platz;
ein Vorgarten kann schon ausreichen und sich zu einer Heidelandschaft
"en miniature" umgestalten lassen. Heidegärten wirken besonders
natürlich, wenn sie kleine Hügel und Senken aufweisen. Wird
für ausreichend Feuchtigkeit gesorgt, gedeiht Heide auch gut in Pflanzgefäßen
und kann dann sogar im Winter Farbe auf Balkon und Terrasse bringen. Heidegärten
sind unkompliziert und brauchen keine besondere Pflege. Nur ein Rückschnitt
der Heide ist nötig, um die Blütenbildung zu fördern und
zu verhindern, dass die Pflanzen zu hoch und locker werden. Man sollte
sie jedoch nicht zu sehr stutzen. Am besten schneidet man genau unterhalb
der Blütenstände. In der Natur sind es die Heidschnucken, die
die Heide kurz halten.
Am
schönsten in Gruppen
Heidepflanzen sind Kinder der Sonne und benötigen deshalb einen hellen
Standort. Der Boden sollte leicht, durchlässig, sauer und humos sein.
Wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, kann der für die Heide
vorgesehene Bereich durch entsprechende Bodenverbesserung auf die Ansprüche
der Pflanzen abgestimmt werden. Diese haben oberflächennahe Wurzeln,
eine Bodenbearbeitung mit der Hacke ist deshalb nicht sinnvoll. Viel besser
ist es, die Zwischenräume mit Rindenkompost abzudecken, bis sich
ein geschlossener Heideteppich gebildet hat. Am wirkungsvollsten ist ein
solcher Garten, wenn man sich auf wenige Sorten beschränkt und diese
dann in Gruppen pflanzt.
Anmutige
Gräser
Stauden wie Heidenelke (Dianthus deltoides), Lein (Linum) und Katzenpfötchen
(Antennaria) sowie viele Gräser, zum Beispiel Vogelfuß-Segge
und Bärenfellgras, fügen sich ebenfalls harmonisch in diesen
pflegeleichten Garten ein. Andere schöne Gräser, die Leichtigkeit
und Transparenz vermitteln, sind Zittergras, Blaustrahlhafer und Pfeifengras.
Auch einige fruchttragende kleine Sträucher wie Heidelbeeren und
Preiselbeeren passen in einen Heidegarten. Steine oder alte Wurzeln vervollständigen
das Bild einer Heidelandschaft im Kleinen.
Für
den Feinschmecker:
Spezialitäten aus dem Heidegarten
Ein Heidegarten ist nicht nur ein besonderer Genuss fürs Auge - er
kann auch einiges für den Gaumen bereit halten. Blaubeere, Preiselbeere,
Cranberry und die Amerikanische Heidelbeere sind fruchttragende Sträucher,
die ähnliche Standortansprüche haben wie die typischen Heidepflanzen.
Sie gedeihen gut auf leichten, durchlässigen, sauren und humosen
Böden, die jedoch relativ feucht sein sollten.
Delikatesse
aus dem Heidegarten
Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist ein immergrüner, kompakt
und dichtbuschig wachsender Zwergstrauch, der bis 40 cm hoch wird. Die
intensivroten, herbsauren Früchte reifen im September und Oktober.
Sie sind eine Delikatesse, beispielsweise als Beilage zu Geflügel-
und Wildgerichten oder zu Käse. Von der Preiselbeere gibt es verschiedene
besonders reichfruchtende Sorten wie 'Koralle' oder 'Red Pearl'.
Hoher
Vitamingehalt
Die Cranberry (Vaccinium macrocarpon) hat ihren Ursprung in Nordamerika.
Aus den weißlich-rosafarbenen Blütenglöckchen entwickeln
sich im August auffallende, leuchtend rote, sehr Vitamin-C-reiche Früchte.
Die Cranberry wird nur 10-30 cm hoch und eignet sich mit ihrem kriechenden
Wuchs sehr gut als Bodendecker, beispielsweise für Beete und Teichufer.
Die langen, überhängenden Triebe und die zierlichen, immergrünen
Blättchen, die sich im Winter rötlichbraun verfärben, machen
die Cranberry auch zu einem Schmuckstück für Balkonkästen
und andere Pflanzgefäße. Die frisch vom Strauch gepflückt
etwas herb schmeckenden Früchte lassen sich sehr gut verarbeiten,
z.B. zu erfrischenden Säften oder herb-fruchtigem Gelee oder Kompott.
Naschobst
direkt vom Strauch
Beide Beerensträucher gedeihen wie die meisten anderen Pflanzen des
Heidegartens am besten an einem sonnigen Standort. Eine Pflanze, die mit
weniger Licht auskommt und sich beispielsweise gut für halbschattige
Übergangsbereiche eignet, ist die etwa 40 cm hohe heimische Blau-
oder Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus). Ihre hocharomatischen, blauschwarzen
Früchte reifen ab Mitte Juni. Die Garten- oder Amerikanische Heidelbeere
(Vaccinium corymbosum) wird je nach Sorte 1-2 m hoch. Sie zeichnet sich
durch sehr hohen Ertrag und größere Beeren aus. Die süßen,
hellblauen Früchte sind bis zu 1,5 cm dick und reifen in dichten
Trauben, so dass sie sich leicht ernten lassen. Sie sind in der Küche
sehr vielseitig verwendbar, beispielsweise für Marmelade, als Kuchenbelag
oder für Likör, und können auch direkt vom Busch genascht
werden.
Blüten
und Blätter mit besonderem Charme:
Alpenveilchen für den Garten
Ihre
schönen...
Ihre schönen, farbenfroh leuchtenden Blüten machen Alpenveilchen
zu einem charmanten Blickfang im Garten. Das efeublättrige Herbst-Alpenveilchen
ist mit seinen auffällig gezeichneten Blättern ein besonderes
Kleinod, das gut im Halbschatten unter Bäumen und Ziersträuchern
gedeiht.
Leuchtende
Blütenteppiche unter Bäumen
Alpenveilchen zählen zu den Stars unter den Zimmerpflanzen, doch
es gibt auch einige Arten, die winterhart sind und draußen gut gedeihen.
Noch sind diese aparten Stauden als Lichtblick für halbschattige
Gartenbereiche eher ein Geheimtipp - vielleicht weil sie so zierlich wirken
und man ihnen kaum zutraut, dass sie Eis und Schnee trotzen können.
Alpenveilchen (Cyclamen) sind wunderbare Pflanzen, um Farbe in weniger
helle Gartenecken zu bringen: Sie wachsen gut im Halbschatten und eignen
sich deshalb ausgezeichnet zum Unterpflanzen von Bäumen und Sträuchern.
Ideal ist ein humoser, gut wasserdurchlässiger, leicht kalkhaltiger
Boden. Wenn ihnen der Standort zusagt, säen sie sich selber aus und
bilden im Laufe der Zeit dichte, blühende Teppiche.
Außergewöhnliche
Blattschönheiten
Ihre Blüten bestehen aus fünf in sich gedrehten, elegant nach
hinten geschwungenen Blättern, die an der Basis oft etwas dunkler
gefärbt sind. Ihre anmutige und fließende, unverwechselbare
Blütenform hat sogar einige Künstler des Jugendstils inspiriert.
Das Farbenspektrum reicht von reinem Weiß über die verschiedensten
Rosanuancen bis hin zu kräftigem Karminrot. Doch es sind nicht nur
die hübschen Blüten und ihre leuchtenden Farben, die den besonderen
Reiz dieser nur etwa 10-15 cm hohen Stauden ausmachen. Das Laub ist ebenfalls
sehr dekorativ: Die rundlichen bis herzförmigen Blätter weisen
oft schöne, silbergraue Muster oder eine hell- bis dunkelgrüne
Zeichnung auf.
Jedes
Blatt ein Unikat
Die markant gezeichneten Blätter des Herbst-Alpen-veilchens (Cyclamen
hederifolium) erinnern mit ihrer zugespitzten, herzähnlichen Form
besonders stark an Efeu, weshalb diese Art manchmal auch als Efeublättriges
Alpenveilchen bezeichnet wird. Die Hauptblütezeit liegt im September
und reicht oft bis zum Frost. Gemeinsam mit den Blüten erscheinen
auch die Blätter, nachdem die sommerliche Ruhephase vorbei ist. Jedes
Blatt ist ein Unikat, einzigartig in Form, Farbe und Muster. Allein die
reizvolle Zeichnung und die silbrige Marmorierung der Blätter sind
schon ein Grund, diese außergewöhnliche Staude zu pflanzen.
Die Blätter schmücken die Pflanzen bis in den April hinein.
Dann beginnen sie einzuziehen. Während der Ruhezeit ab Mai reifen
die Samenkapseln und die Stiele rollen sich spiralförmig zusammen.
Auf diese Weise gelangen die rundlichen Samenkapseln näher an den
schützenden Boden.
Duftende
Blüten
Etwas eher blüht das in den Gebirgen Mitteleuropas heimische Alpenveilchen
Cyclamen purpurascens. Seine immergrünen, herz- bis nierenförmigen
Blätter sind auf der Oberseite manchmal silbriggrau gezeichnet, die
Unterseite ist zumeist purpurrot gefärbt. Im Juni und Juli erscheinen
die rosafarbenen oder roten Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen
und die Pflanze oft bis weit in den Herbst hinein zieren. Schon sehr zeitig
im Jahr blüht hingegen das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen
coum). Seine farbenfrohen Blüten sind ein fröhlicher Lichtblick
in der kalten Jahreszeit: Sie entwickeln sich zusammen mit den dunkelgrünen
Blättern bereits im Februar oder März, wenn der Winter noch
gar nicht richtig vorbei ist.
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